Ich bin nicht geil, nimmst du mich trotzdem?

Ich bin nicht geil, nimmst du mich trotzdem?
...vielleicht auch nur als Klolektüre.

Tobias Ollert

Der Drang zum Leichten. Etwas Komplexes so darzustellen, dass es leicht zu verstehen ist. Dinge, die sich bewähren, die sich als das heraus stellen, was überzeugt. Standards und Systeme aus der Sicht von Außenseitern. Außenseiter, die sich zu Außenseitern machen oder durch das Einfache zu Außenseitern werden, aber in denen das Potenzial steckt.

Ich bin nicht geil, nimmst du mich trotzdem?

Ich bin nicht geil, nimmst du mich trotzdem?

Ich bin nicht geil, nimmst du mich trotzdem?

Bezug zum Manifest

1. Wir wissen um die Probleme unserer Zeit

Wir wissen, dass der Klimawandel eine menschengemachte Katastrophe mit verheerenden Auswirkungen auf alles Leben auf der Erde ist.

Wir wissen, dass der Raubbau an der Natur durch die industrielle Zivilisation zu ökologischer Zerstörung, zum Ressourcenmangel und zu globalen Konflikten führt.

Wir wissen, dass Hunger und Armut, der Nährboden für soziale Unruhen, nicht unveränderlichen Naturgesetzen entspringen, sondern ihren Ursprung maßgeblich in der Ausbeutung von Schwächeren und der ungerechten Wohlstands-, Nahrungsmittel- und Güterverteilung haben.

Wir wissen, dass die daraus resultierende Entzivilisierung keine Dystopie mehr ist. Ihre Anfänge sind in Form von Flüchtlingsströmen, gewalttätigen Protesten und Bürgerkriegen bereits deutlich zu erkennen.

Wir wissen, dass der globale Raubtierkapitalismus zu einer kannibalischen Weltordnung, zu struktureller Gewalt und zu einer willkürlichen Allmacht der Finanzoligarchie geführt hat.

Wir wissen, dass wir uns als Gesellschaft komplett neu strukturieren müssen, weil uns die Richtung in die wir uns entwickelt haben, unweigerlich in einen Abgrund führt.

Wir wissen um die Probleme unserer Zeit.
Wir können uns nicht mehr hinter unserer Unwissenheit verstecken.

2. In einer Demokratie gibt es keine Ohnmacht

Jeder freie Mensch hat Zugang zu diesem Wissen, doch sind die Stimmen der Mahner und Warner für viele nur noch ein leises Rauschen, das kaum mehr wahrgenommen wird. Die offensichtliche Notwendigkeit zu handeln wurde von der Obrigkeit der neoliberalen Wahnidee in unsichtbare Ketten gelegt. Es sind die Ketten in unseren Köpfen, die uns glauben machen wollen, dass wir nicht mehr selbst für uns zuständig sein können. Der Glaube an die Unveränderbarkeit der Welt ist das Fundament und der ahnungslose Komplize dieser natur- und menschenfeindlichen Struktur.

Von der Politik und der Wirtschaft zu unersättlichen Konsumenten erzogen, lähmt viele Menschen die Angst vor Veränderung, weil die einzige Alternative zum Konsum der vermeintlich trostlose Verzicht zu sein scheint. So erstarren sie, aufgrund des Irrglaubens einer Alternativlosigkeit, in Ohnmacht und geben ihre Verantwortung an die Politik ab. Als Teil und Profiteur dieses Systems, ist die Politik nicht mehr alleine in der Lage diese Strukturen grundlegend zu verändern. Der Staat ist dabei seine Souveränität an den freien Markt abzugeben. Doch in einer Demokratie kann es keine Ohnmacht geben. Der einzige Souverän ist das Volk. Wir müssen uns dieses Selbstverständnis wieder zugestehen. Wir müssen uns bewusst werden, dass die eigene Entfaltung und das eigene Glück nur möglich sind, wenn Gerechtigkeit und Solidarität auf diesem Planeten herrschen. Nur dann erwacht der moralische Imperativ und wird zur sozialen Kraft.

Der notwendige Wandel wird uns nicht diktiert werden. Wir müssen ihn als Gesellschaft einfordern und eigenverantwortlich mitgestalten. Unsere Verfassungen geben uns hierfür alle nötigen Mittel. Um diesen Umschwung zu erreichen, wird es nicht die eine, ultimative Lösung geben. Es werden viele verschiedene Lösungsansätze im Großen und im Kleinen sein, die nur gemeinsam zum Ziel führen können. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten, indem er sich selbst als wichtigen Teil des Ganzen erkennt und danach handelt.

Wir wissen, dass wir die Macht haben etwas zu bewirken.
Wir werden unseren Beitrag leisten.

3. Der erweiterte Designbegriff

Wir als Designer verpflichten uns dazu diesen notwendigen Paradigmenwechsel auch in unserer Disziplin zu fordern, fördern und vorzuleben. Design ist und war immer politisch. Jedes Handeln ist ein politisches, sofern es Einfluss auf die Gesellschaft hat. Gerade dieser Einfluss macht unsere Disziplin zu einem politischen Instrument. Als Motor der Konsummaschinerie hat das Design einen großen Anteil an den negativen Entwicklungen unserer Zeit. Unser Anspruch darf es nicht länger sein fortwährend künstliche Bedürfnisse zu wecken. Das Design ist mehr als nur die Formensprache der Konsumwirtschaft.

Wir erkennen die Mitschuld unserer Disziplin an. Wir wissen aber auch, dass das Design das Potential besitzt, einen wichtigen Beitrag bei der Neugestaltung der gesellschaftlichen Strukturen zu leisten. Dabei geht es nicht alleine darum nachhaltigere Produkte zu entwerfen. Diese Produkte kann es nur geben, wenn sich eine nachhaltige Lebensweise etabliert hat. Die neuen Aufgaben des Designs sind es, überflüssige Dinge zu reduzieren und ein Bewusstsein für ein nachhaltiges Leben in der Gesellschaft mit gestalterischen Mitteln zu fördern.

Darüber hinaus gehört es zum Handwerkszeug ausgebildeter Designer, kreative Strategien für Problemlösungen zu entwickeln, Einflüsse und Erkenntnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen in einem Entwurf zu bündeln und diesen verständlich zu visualisieren. Diese Fähigkeiten müssen als Allgemeingüter betrachtet werden. In einer Gesellschaft, die auf Eigenverantwortung und Solidarität errichtet wird, ist jedes einzelne Mitglied ein Gestalter. Hier sehen wir die Berufsgruppe der Designer als Vermittler verschiedener Fachrichtungen und als ein Werkzeug der Gemeinschaft zur Umsetzung von Entwürfen.

Wir sind uns der neuen Rolle des Designs bewusst.
Wir nehmen diesen Gestaltungsauftrag an.

4. Das Bewusstsein für Opulenz

Eine Gesellschaft des unbegrenzten Wachstums und des maßlosen Konsums führt zu großem Naturverbrauch und zu sozialer Verarmung. Selbst wenn sie ihre Produktionsweisen und Konsumgüter nachhaltiger und ökologischer gestaltet, wird diese Gesellschaft nicht zukunftsfähig sein. Das grüne Wachstum ist nur ein schönerer Begriff für das verlangsamte Voranschreiten in die falsche Richtung. Wir werden nicht umhin kommen unseren Lebenswandel grundlegend zu überdenken. Wir müssen weg von einem expansiven, hin zu einem reduktiven Kulturmodell.

Dieser radikale Richtungswechsel ist nicht als Verlust oder als Einschränkung zu betrachten, sondern vielmehr als eine Chance auf mehr Lebensqualität zu verstehen. Eine Lebensweise, die die natürlichen Lebensgrundlagen nur in dem Maße beansprucht wie diese sich regenerieren können, ist ein Gewinn für Mensch und Natur. Eine Lebensweise, die nicht die Geldbeschaffung und das Streben nach Besitz in den Mittelpunkt stellt, sondern die eigene Entfaltung und die körperliche, sowie geistige Gesundheit, bietet für jeden einzelnen von uns einen großen Mehrwert.

Um ein Bewusstsein für diese neue Lebensqualität zu schaffen, haben wir uns den Begriff der Opulenz zu eigen gemacht. Unser Ziel ist es diesen Begriff von seiner negativen Konnotation zu befreien und unbegrenzt zu erweitern. Nach unserem Verständnis ist Opulenz keine Dekadenz, Verschwendung oder Prunk. Opulenz ist das positive »Mehr«, das uns durch eine bewusste Lebensweise bereichert. Buntheit, Kreativität, Vielfältigkeit, Individualität, Genuss, Verspieltheit, Nachhaltigkeit und Qualität - all das können Erscheinungsformen dieser neu ausgelegten Opulenz sein, die es zu entdecken gilt.

Der Gewinn an Lebensqualität durch eine genügsame Lebensweise ist kein Verzicht, sondern pure Opulenz.

5. Die Vision der absoluten Entfaltung

Die Vorstellung einer in allen Bereichen perfekten Gesellschaft ist eine Utopie. Ein Idealzustand, der aus heutiger Sicht unerreichbar zu sein scheint. Doch ist die Vision von ihr von größter Bedeutung. Sie dient uns als Kompass, der die richtige Richtung weist. Jeder menschliche Fortschritt, jede zivilisatorische Errungenschaft war einst eine Utopie bevor sie verwirklicht wurde.

Unsere Vision von einer lebenswerten Zukunft ist die der Entfaltung auf allen Ebenen. Alles was atmet, alles was lebt, alles was wächst, kreucht und geht, soll Raum zur Entfaltung haben. Eine Entfaltung, die so weit gehen darf, wie sie die Entfaltung anderer nicht beschneidet. Die absolute Entfaltung ist das harmonische Zusammenspiel der größtmöglichen Potentialausschöpfung von Natur und Mensch. Diese Entfaltung gilt es zu ermöglichen und zu gestalten.

Wir, die Mitglieder der Partei der Opulenz,
nehmen diesen Gestaltungsauftrag an!

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